Die Klimaerwärmung ist die grösste Bedrohung für die Menschheit

8. Mai 2007

Als ich 1963 zur Welt kam, waren wir eine 2000-Watt-Gesellschaft, heute verbrauchen wir mit 5000-Watt pro Kopf zweieinhalb mal so viel Energie, fast zwei Drittel entfallen auf fossile Energien. Dabei sind einzelne Produkte unglaublich ineffizient: Eine Glühbirne gibt vier Fünftel der Energie in Wärme ab und nur gerade einen Fünftel in Licht. Das Resultat dieser Energieverschwendung: Das Klima hat sich rasant erwärmt und wurde innert kürzester Zeit zur grossen Bedrohung für die Menschheit. Noch können wir etwas dagegen tun! Der neuste Bericht der UNO gibt uns acht Jahre Zeit. Lassen wir sie verstreichen, wird uns das teuer zu stehen kommen. Im Vordergrund stehen die Verkehrspolitik sowie das Engagement für mehr Energieeffizienz.

Die Schweiz ist auf eine gesunde und intakte Umwelt angewiesen. Welche Folgen es hat, wenn der Permafrost auftaut, haben wir im Hitzesommer 2005 gesehen. Steinschläge und Murggänge waren die Boten, die uns klar machten, dass der Lebensraum Alpen vom Klimawandel akut bedroht ist. Besonders betroffen sind der Tourismus (Schneemangel, zunehmende Gefahren bei Bergtouren usw.) und die Landwirtschaft (Dürre). Wassermangel im Wasserschloss – vor kurzem kaum vorstellbar. Doch heute sehen wir, dass beispielsweise das Domleschg bereits ernsthaft mit diesem Problem zu kämpfen hat.
Doch auch das Mittelland bekommt die Folgen der zunehmenden Wetterextreme zu spüren. Stichworte: Stürme, Überschwemmungen, Hitze, hohe Ozonwerte!

Die Schweiz muss handeln, und sie kann handeln. 40 Prozent der Treibhausgasemissionen stammen vom Verkehr. Tendenz steigend. Gleichzeitig wissen wir, dass die Hälfte der zurückgelegten Autofahrten kürzer als fünf Kilometer sind, also durchaus durch Radfahren ersetzt werden könnten. Es ist deshalb höchste Zeit, den sogenannten Langsamverkehr, also den Fuss- und den Veloverkehr, entschieden zu fördern. Das Bundesamt für Strassen ASTRA hat eine Arbeitshilfe ausgearbeitet, die es den Kantonen einfacher machen soll, den Langsamverkehr in die Agglomerationsprogramme zu integrieren.

Wo möglich, sollen Autofahrten ersetzt werden. Damit werden die Strassen für jene frei, die tatsächlich darauf angewiesen sind. Zudem können wir kurzfristig den Treibhausgasausstoss stabilisieren und mittelfristig senken. Wie dringend dies nötig ist, zeigen die Klimaberichte der UNO unmissverständlich. Nebst der Förderung des Langsamverkehrs heisst die Losung Verlagerungspolitik . Personen und Güter müssen von der Strasse auf die Schiene. Voraussetzung ist ein attraktives Angebot an Zugsverbindungen. Die Schweiz hat dank ihrer konsequenten Verkehrspolitik weltweit eine Vorreiterrolle. Doch wir dürfen nicht ausruhen. Damit das weitere Verkehrswachstum auf der Schiene und nicht auf der Strasse stattfindet, braucht es weitere Ausbauten, zum Beispiel die Durchmesserlinie in Zürich und die Behebung des Engpasses zwischen Winterthur und Effretikon.

Nebst der Verkehrspolitik müssen wir vor allem in die Energieeffizienz investieren. Rund 43 Prozent der CO2-Emissionen stammen aus der Wärmeversorgung der Gebäude. Eine Energieeinsparung um rund die Hälfte ist bei den Gebäuden ohne Komfortverlust möglich. Dazu brauchte es aber ein entschiedenes Handeln der Politik. Die SP Schweiz hat die folgenden Forderungen aufgestellt und will diese in der nächsten Legislatur durchsetzen:

  • Minergie Standard bei Neubauten ab sofort.
  • Minergie-P Standart bei allen Neubauten ab 2012
  • Obligatorischer Ersatz aller Öl- und Gasheizungen durch Hybridheizungen oder Heizungen mit erneuerbaren Energien (Holz, Wärmepumpen)
  • Sanierungsprogramme für Elektroheizungen

Unterstützen Sie diese Forderungen? Dann legen Sie am 21. Oktober eine SP-Liste ein. Ihre Umwelt sagt Danke!

Weitere Informationen:
Wollen Sie sich den Film An inconvenient truth/Eine unbequeme Wahrheit von Al Gore mit vielen Zusatzinformationen anschauen? Diese Site kann ich Ihnen empfehlen. Wollen Sie den Film bestellen? Im WWF-Shop geht das ganz einfach.

Wollen Sie mehr über das Velofahren erfahren? Bei der Pro Velo Schweiz können Sie sich informieren und mit einer Mitgliedschaft auch aktiv etwas für die Förderung des Radverkehrs tun.

Gespeichert unter: Verkehr bewältigen

2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. V. Meier  |  7. September 2007 um 12:47

    Sehr geehrte Frau Fehr

    Ich möchte sie auf den neuen Trailer der Seite http://www.umweltrating.ch aufmerksam mache, der nun auf youtube aufgeschaltet wurde.

    Da die Seite Sie ja mit einem 100%igen Umweltgewissen ausweisst habe ich mir gedacht, dies könnte ein gutes Thema für ihren Blog sein.

    mit freundlichen Grüssen

    V. Meier

  • 2. M. Maurer  |  22. August 2008 um 14:32

    Sehr geehrte Frau Fehr, ich werde Sie nicht mehr wählen. Je intensiver Ihre Politik betrachte desto oberflächlicher kommt sie mir vor. Sie verhalten sich wie die meisten Politiker, schrauben an einem Rädchen herum und wundern sich, das mehr passiert als Sie erwartet haben. Dies geschieht selben bis nie zum Bessern! Es wäre begrüssenswert, wenn Politiker wie Schachspieler agieren würden. Es reicht schon, wenn Sie 5 Züge weit denken, bevor Sie reden oder noch schlimmer handeln!
    PS: Es hat ihnen niemand gesagt, aber egal welches Verkehrsmittel Sie benutzen, der Energieaufwand ist bei allen etwa gleich. Also bitte keine Horrormärchen mehr zum Individualverkehr.

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