Faire Bildungschancen für eine gerechte Gesellschaft
1. Juli 2007
Das Herz unseres Bildungssystems ist die Volksschule. Die Volksschule ist die einzige Institution in diesem Land, in der alle Kinder und späteren Erwachsenen unabhängig von Herkunft und Nationalität zusammenkommen, sich mit den Differenzen auseinandersetzen und gegenseitig Respekt und Toleranz üben. Deshalb müssen wir die Volksschule weiterentwickeln.
Wenn wir die Bevölkerung in 10 Jahren fragen würden, welcher staatlichen Institution sie am meisten vertraut, sollte die Antwort heissen: dem Bildungssystem! Das muss das Ziel unserer Bildungspolitik sein. Persönlich bin ich der Meinung, dass wir noch ein rechtes Stück von diesem Ziel weg sind. Trotz teilweise hervorragender Einzelleistungen vieler Lehrkräfte fragen sich immer mehr Leute, ob die Volkschule in einer Krise stecke. Was sicher ist: Sie schöpft ihr Potential nicht aus. Im Gegenteil: Das Leiden in und an der Volksschule nimmt zu. Verunsicherte Eltern, unzufriedene Lehrkräfte, sonderschulische Massnahmen für mehr als die Hälfte der Kinder sind Anzeichen dafür, dass etwas nicht mehr stimmt. Nur was?
Ich bin der Überzeugung, dass das heutige System sich zu wenig konsequent und kompromisslos an den Bedürfnissen, den Interessen und den Rechten der Kinder ausrichtet. Im Zentrum der Überlegungen muss das Kind stehen. Wie lernt ein Kind? Weshalb, wann und wo lernt es? Welche Rolle haben Lehrkräfte, Schulräume, Unterrichtsmethoden bei diesen Lernprozessen? Wenn wir von diesen Fragen ausgehen, stehen wir vor einer Bildungsreform und nicht mehr nur vor Schulstrukturreformen. Wie ich diese sehe, können Sie in den unten verlinkten Dokumenten lesen.
Ich lade Sie herzlich dazu ein, die Bildung, die Bedeutung der Vorschule und die heutige Volksschule ins Gespräch zu bringen. An Herzblut wird es in den Diskussionen nicht fehlen!
Bildungsthesen der SP Schweiz (pdf)
Rede J. Fehr am Sozialgipfel der SP Schweiz vom 30. Juni 2007 in Olten (pdf)
Artikel im links.ch vom Juni 2007 (pdf)
Gespeichert unter: Bildung stärken,Familien unterstützen




2 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Dominik | 13. August 2007 um 14:32
Gem. OECD steht es um die Chancenglöeichheit im Bildungswesen nicht sehr gut. Pisa hat gezeigt, dass unser Bildungswesen auch nicht unbedingt tolle Resultate bringt. Damit sich das Bildungswesen tatsächlich an den Bedüfnissen der Kinder orientiert, genügt es, die Wahlfreiheit mittels Bildungsgutscheinen einzuführen. Dann entsteht die qualitativ hochstehende auf die Vilfalt der Kinder eingehende Bildungslandschaft.
Link dazu hier.
2. Eric Nussbaumer | 29. August 2007 um 19:43
Die Rektorenkonferenz der Fachhochschulen hat vor einigen Tagen das 10-Jahresjubiläum der FH’s gefeiert. Sie haben sich tapfer auf die Schulter geklopft. Die FH’s hätten sich gut in die Hochschullandschaft eingegliedert. In Tat und Wahrheit halten die FH’s nach zehen Jahren nicht, was man uns mit dem FH-Gesetz versprochen hat, nämlich den zulassungsfreien Zugang mit der Berufsmaturität. Es bestehen inzwischen Numerus Clausus noch und noch. An der FH Bern mussten im letzten Studienjahr bereits 25% der Studierenden Eignungstest durchlaufen, um aufgenommen zu werden. Es ist so: Die Zulassung ist bei der Universität (gymnasiale Matur) in der Schweiz fairer gestaltet als bei der FH mit den Berufsmaturitäten.
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