Welt verstehen
„I, Barack Hussein Obama…“. Man muss sich diesen Namen auf der Zunge zergehen lassen, um die Bedeutung des Moments zu erfassen. 2009 tritt ein Mann das höchste politische Amt der USA und damit der Welt an, der nicht weiss ist und Hussein heisst. Doch nicht genug: Obama tritt das Amt mit einer Bestimmtheit an, als ob ein junger schwarzer Präsident mit Wurzeln in Afrika und Asien das natürlichste auf der Welt wäre. Und er tritt es in einem Tempo an, das klar macht: Wir sind gewählt um eine Politik zu machen, die unser Leben und die Welt verändert.
Weiterlesen 2. Februar 2009
New York, eine Woche nach dem historischen Wahlsieg von Obama. Noch glaubt man hie und da die elektrisierte Luft zu spüren, die Tage zuvor diese urdemokratische Metropole in eine feiernde Partystadt verwandelte. Es sei wie Silvester gewesen, nur friedlicher. Spricht man die Menschen auf Obama an, spürt man in erster Linie Erleichterung. Es sei, wie wenn man nach einem schrecklichen Albtraum morgens erwache und merke, dass alles vorbei sei. In den Läden werden Wecker verkauft, die die verbleibenden Stunden der Regentschaft Bush rückwärts zählen. Die Stunde Null wird sehnlichst erwartet.
Weiterlesen 26. November 2008
Wenn an einem privaten Fest eine Chemieprofessorin neben einer Ingenieurin und einer Orthopädin auf dem Sofa sitzt, – die eine mit einem Sprite in der Hand, die anderen mit einem Whisky – ist man im Iran. Und wenn man draussen auf der Strasse eine streng verhüllte Frau Arm in Arm mit einer Freundin sieht, die alle Kleidervorschriften bis aufs Äusserste ausreizt, ist man ebenfalls im Iran. Widersprüche und Vielfalt, soweit das Auge reicht.
Weiterlesen 8. Januar 2008
Eben noch habe ich jemandem von unserer Reise nach Erbil, in den Norden des Irak, erzählt. Wir sprachen über die Ruhe, die relative Sicherheit und das Aufatmen der Menschen, die nach jahrzehntelanger Verfolgung auf eine bessere Zukunft hoffen.
Weiterlesen 10. Mai 2007
„Spinnt ihr?!“ Das war noch etwa das Mildeste an guten Wünschen, die wir vor unserer Reise in den Irak zu hören bekamen. Ja, wir reisten in den Irak, doch unser Ziel war Südkurdistan und das liegt im Norden des Landes, also in jenem Teil des Landes, der als relativ sicher gilt. Mit einem enormen Aufwand und Willen schaffen es die Behörden seit ein paar Jahren, die Sicherheitslage in den kurdisch kontrollierten Gebieten stabil zu halten. Ihr Stolz auf diese Leistung ist gross und wohl auch berechtigt, wenn man bedenkt, wie tief sich der Bürgerkrieg bereits wenige Kilometer weiter in Kirkuk oder Mosul in die Bevölkerung frisst. An die Begleitung von Sicherheitsleuten mit Kalaschnikows mussten wir uns trotzdem gewöhnen.
Weiterlesen 7. Mai 2007
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