Sucht vermeiden
Votum Nationalrätin Jacqueline Fehr anlässlich der Debatte der Hanfinitiative im Nationalrat, 5.12.07
Dieses Geschäft trägt den Stempel der politischen Arbeitsverweigerung. Immer und immer wieder drückt sich der Nationalrat um die Frage, wie wir mit dem Suchtmittel Cannabis umgehen sollen. Zuerst weigerte sich der Nationalrat, auf die Totalrevision des Betäubungsmittelgesetzes einzutreten; das war im Juni 2004. Heute stehen wir vor der Situation, dass sich der Nationalrat geweigert hat, der Initiative einen Gegenvorschlag auf Gesetzesstufe gegenüberzustellen, obwohl angesichts der Problemlage genau dies die Aufgabe gewesen wäre.
Weiterlesen 5. Dezember 2007
Als Präsidentin der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik tausche ich mich regelmässig mit den verschiedensten Akteuren in Suchtfragen aus. Dabei erlebe ich: Der Umgang mit Sucht fordert uns heraus – als Individuen und als Gesellschaft. Ich bin deshalb überzeugt, dass Suchtpolitik ehrlich, konsequent und umfassend sein muss.
Weiterlesen 27. September 2007
Am 20. Dezember 2006 hat die grosse Kammer die Erfolge der letzten Jahre im Gesetz verankert: Das Vier-Säulen-Prinzip findet Eingang in das Betäubungsmittelgesetz. Mit dem breiten und interdisziplinären Ansatz der vier Säulen Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression hat die Schweiz Pionierarbeit geleistet. Das, was sich in der Praxis bewährt hat, wird nun Gesetzestext. Das ist ein wichtiger Schritt.
Medienmitteilung Nationale Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik NAS-CPD (pdf)
20. Dezember 2006
Abhängigkeiten: Was ist aus Ihrer Sicht auf dem Feld der schweizerischen Suchtpolitik in den letzten 10 bis 15 Jahren geschehen?
Jacqueline Fehr: Das schweizerische Betäubungsmittelgesetz ist aus den 50er Jahren und damit sehr alt. In jener Zeit gab es beispielsweise den Suchtstoff Heroin nicht in Westeuropa. Nebst den Substanzen waren auch gewissse Konsumformen noch unbekannt. Damit wird klar, dass das aktuelle, alte Betäubungsmittelgesetz heute nicht mehr taugt. Als sich in den Städten zu Beginn der 90er Jahre massive Drogen- und Suchtprobleme entwickelten, haben die PolitikerInnen versucht, diese mit konkreten Massnahmen in den Griff zu bekommen. Aus diesen pragmatischen Ansätzen und Problemlösungen ist in den letzten 10 bis 15 Jahren die so genannte «Vier-Säulen-Politik» zur Bewältigung der Drogen- und Suchtprobleme entstanden. Was jetzt ansteht, ist die Verankerung dieser Politik auf Gesetzesstufe, also eine Anerkennung auf gesamtschweizerischer Ebene, natürlich immer unter Berücksichtigung der jeweiligen Zuständigkeiten von Kantonen und Gemeinden.
Dieser Prozess ist sehr typisch: Im konreten Alltag werden Lösungen entwickelt, die dann mit einer Verzögerung ihren Niederschlag in der Politik finden. Wir sind also – kurz gesagt – politisch daran, die pragmatischen Leistungen der Hilfe für Drogenabhängige der letzten 10 Jahre gesetzlich zu verankern.”
in der Zeitschrift ‘Abhängigkeiten – Forschung und Praxis der Prävention und Behandlung’
Gesamtes Gespräch hier als pdf.
4. November 2006